BRÜSSEL, BELGIEN / EuroWire / — Das Europäische Parlament hat eine Entschließung verabschiedet, die die Verschlechterung der Menschenrechtslage im Iran verurteilt und sich dabei auf Repression, Hinrichtungen, politische Inhaftierung und die Behandlung religiöser Minderheiten konzentriert. Die am 21. Mai mit 516 Ja-Stimmen, 14 Nein-Stimmen und 39 Enthaltungen angenommene Maßnahme fordert ein entschiedeneres Vorgehen Europas gegen iranische Beamte und Organisationen, die mit Menschenrechtsverletzungen in Verbindung stehen. Die Entschließung folgte einer Plenardebatte am Vortag und wurde im Rahmen des Verfahrens für dringliche themenbezogene Entschließungen des Parlaments verabschiedet.

Der Text verurteilte den Einsatz der Todesstrafe als Mittel zur Unterdrückung politischer Mobilisierung und forderte deren Abschaffung. Mitglieder des Europäischen Parlaments bedauerten die geheimen Hinrichtungen von Dissidenten im März und April, darunter auch Fälle mit Minderjährigen, und forderten die sofortige Freilassung aller politischen Gefangenen. Die Resolution beleuchtete die Menschenrechtslage im Iran im Hinblick auf Hinrichtungen, willkürliche Inhaftierungen, den Druck auf Dissidenten und die Einschränkungen für Minderheiten und forderte die Behörden nachdrücklich auf, die Grundrechte und den Rechtsschutz zu achten.
Das Parlament erklärte außerdem, dass iranische Bürger während einer verhängten Internetsperre massiven Einschränkungen des Informationszugangs ausgesetzt seien. Es forderte die Europäische Union und ihre Partnerländer nachdrücklich auf, einen sicheren Internetzugang für die Bevölkerung im Iran zu gewährleisten und den Zugang zu Kommunikation mit der Möglichkeit zu verknüpfen, Verstöße zu dokumentieren und Informationen zu beschaffen. Die Resolution stellte digitale Einschränkungen neben Hinrichtungen, Inhaftierungen und Repressionen als zentrale Elemente der im Parlament geäußerten Menschenrechtsbedenken dar.
Sanktionen und Rechenschaftspflicht
Die Resolution forderte die Europäische Union auf, die Sanktionen gegen iranische Verantwortliche für Repressionen auszuweiten, darunter Mitglieder der Islamischen Revolutionsgarde und mit dem Obersten Führer verbundene Organisationen. Mitglieder der Revolutionsgarde und ihre loyalen Familienangehörigen sollten demnach von der Einreise in die EU ausgeschlossen werden. Die Resolution appellierte zudem an die Mitgliedstaaten, iranische diplomatische Vertretungen, die mit transnationalen Repressionen in Verbindung stehen, zu schließen und die Durchsetzung der bereits beschlossenen Sanktionen im gesamten Staatenbund sicherzustellen.
Die Abstimmung erfolgte, nachdem der Rat der EU am 16. März neue Sanktionen gegen den Iran wegen Menschenrechtsverletzungen verhängt und 16 Einzelpersonen sowie drei Organisationen aufgrund schwerwiegender Verstöße auf die Sanktionsliste gesetzt hatte. Die Sanktionen richteten sich gegen Beamte und Organisationen, die mit der Niederschlagung der Straßenproteste im Januar 2026 in Verbindung standen, darunter Kommandeure, Justizbeamte, Gefängnisbehörden und Einrichtungen, die mit Überwachung oder Zensur befasst sind. Der Rat erklärte, dass die restriktiven Maßnahmen nun gegen 263 Einzelpersonen und 53 Organisationen im Rahmen des EU-Rahmenwerks für schwere Menschenrechtsverletzungen im Iran gelten.
Finanzierung der UN-Mission
Das Europäische Parlament forderte zudem eine ausreichende Finanzierung der unabhängigen UN-Untersuchungskommission zu Iran. In der Resolution wurde auf die Warnungen der Kommission verwiesen, dass die staatliche Unterdrückung im Iran Verbrechen gegen die Menschlichkeit darstellen könnte, und es wurde erklärt, die Kommission müsse über die notwendigen Ressourcen verfügen, um ihre Arbeit fortsetzen zu können. Der UN- Mechanismus untersuchte mutmaßliche Verstöße im Zusammenhang mit Protesten, Repression und der Behandlung von Inhaftierten, darunter Fragen der Rechenschaftspflicht für Misshandlungen und der Beweissicherung.
Die Resolution ergänzte eine Reihe europäischer und internationaler Maßnahmen, die sich 2026 mit der Menschenrechtslage im Iran befassten. UN-Menschenrechtsbeauftragte forderten ein Ende der Hinrichtungen, die Einhaltung fairer Gerichtsverfahren und die Freilassung willkürlich Inhaftierter. Die Abstimmung des Europäischen Parlaments verhängte zwar keine direkten Sanktionen, erhöhte aber den politischen Druck innerhalb der EU für eine Ausweitung der Sanktionslisten, eine strengere Durchsetzung der bestehenden Sanktionen und eine fortgesetzte internationale Beobachtung von Hinrichtungen, politischer Inhaftierung und Repression im Iran.
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